Happy Hour in der Unterwelt by Mary Janice Davidson

Happy Hour in der Unterwelt by Mary Janice Davidson

Author:Mary Janice Davidson [Davidson, Mary Janice]
Language: eng
Format: epub
ISBN: 9783802581250
Publisher: Egmont vgs Verlagsgesell.
Published: 2008-10-14T22:00:00+00:00


18

»Sie engagiert sich in der Kirchengemeinde«, sagte ich. »Oh. Mein. Gott. Sie engagiert sich tatsächlich in der Kirchengemeinde.«

»Egal wie oft du es noch sagst«, sagte Sinclair, »es wird nichts daran ändern.«

Die letzten beiden Stunden hatten wir eine Gruppe von Mädchen beobachtet, drei Blonde, zwei Brünette und Rothaarige. Ich war mir nicht sicher, welche davon meine Schwester war. Erst waren sie von der Uni zu einem Apartmenthaus in Dinkytown gegangen (meine Mutter hatte uns freundlicherweise mit Lauras Stundenplan versorgt und dabei ungefähr zwanzig Vorschriften missachtet) und anschließend hatten sie sich alle in der örtlichen presbyterianischen Kirche versammelt.

»Sie sind wie eine Schafherde«, stellte Sinclair fest.

»So sind Mädchen in dem Alter.« In jedem Alter. »Sie machen alles gemeinsam. Wie Haare!«

»Entzückend.«

Wir saßen in Sinclairs Passat. Ich weiß, ich weiß . . . der König und die Königin der Vampire brausen in einem blauen Passat durch die Gegend? Die wirklich guten Autos - das Cabriolet (ein Mustang), der Spider und die anderen hübschen Modelle, deren Namen ich nicht kannte - wurden bis auf Weiteres unter einer Plane geparkt.

Vielleicht war er früher die schicken Autos gefahren, um mich zu beeindrucken, und jetzt, da der Paarungstanz ausgetanzt war, war es wieder Zeit für den Passat.

Lächerlich.

Oder etwa nicht?

»Ich gehe rein«, sagte ich. Ich wartete darauf, dass er mich zurückhielt, dass er mich ermahnte, vorsichtig zu sein, auf mich achtzugeben, dass er darauf bestand, zu warten, bis die Teufelsbrut an einem Ort wäre, den auch er betreten könne.

Stattdessen hörte ich, wie er sagte: »Das ist wohl das Richtige. Wir müssen wirklich mehr über dieses Mädchen herausfinden.«

»Nun, dann gehe ich rein. Warte hier auf mich, okay?«

»Mmmmm.« Wieder sah er aufmerksam zur Kirche rüber. Wahrscheinlich hätte ich mich ausziehen können, er hätte mich keines Blickes gewürdigt.

»He, wie kommt es, dass das Kind des Teufels in eine Kirche gehen kann und du nicht?«

»Frag sie doch selbst«, schlug er vor.

»Vielleicht tue ich das wirklich.« Ich kletterte aus dem Passat und überquerte die Straße.

Ich öffnete die Tür und trat in die Kirche. Hoffentlich sah Sinclair, wie toll ich das konnte. Yeah, die Königin!

Grrrrr, warum war das der Königin überhaupt wichtig? War die Königin eine bemitleidenswerte Gestalt, die einen Typen abweisen konnte, wenn er ihr nachlief, aber sobald er ihr die kalte Schulter zeigte, nur noch an ihn dachte? Und warum sprach die Königin von sich in der dritten Person?

Aber ich musste zugeben, ich war so damit beschäftigt gewesen, böse auf Sinclair zu sein (wegen diverser Verfehlungen mir gegenüber), dass ich mich daran gewöhnt hatte, ihn um mich zu haben. Er machte sich Sorgen um mich und war immer bereit, sich für das Team aufzuopfern. Wenn er nicht gerade hinterhältig und geheimniskrämerisch war.

Konzentrier dich, Idiotin. Ich befand mich nicht im Hauptteil der Kirche, dem Raum mit dem Gestühl, sondern in einem Esszimmer voller Tische und Stühle. Die Mädchenschar befand sich in der anderen Ecke des Raumes, plappernd und kichernd. Eine von ihnen - die größte, blondeste und hübscheste - winkte mir zu, sagte etwas zu ihren Freundinnen und kam zu mir herüber.

Zu spät bemerkte ich, dass ich mir keine Geschichte zur Tarnung ausgedacht hatte.



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